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Erfahrungsbericht zum Regulativen Musiktraining

Ein persönliches Beispiel soll die verschiedenen Ebenen zeigen, die in die Aufmerksamkeitshaltung einbezogen sein können. Die Gesamtstimmung einer Musik, aber auch einzelne Passagen, Melodien, Motive können, in Resonanz zur innerlichen Befindlichkeit, von Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen begleitet sein. Bereits die Wahrnehmung von beispielsweise Verspannungen, Schmerzen oder gedanklicher Überaktivität bringt Bewegung in Richtung Entspannung mit sich. Der momentane Zustand wird ebenso reflektiert, wie Entwicklungen über längere Zeiträume. Der Blickwinkel wird weiter, übergeordneter und richtet sich mehr auf die eigene Intuition im Umgang mit Krankheiten, Konflikten und Problemen.

Meine nachfolgende Reflexion ist ein Tagebucheintrag, den ich zur Veranschaulichung benutze.

Hörbeispiel: Klavierkonzert D-Dur BWV 1054, Johann Sebastian Bach

…Abends hörte ich ein Klavierkonzert von Bach. Im zweiten Satz wird die Melodie des Klaviers von breiten Streicherakkorden begleitet. Ungefähr so:  _   _   _  _

Ganz gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum, so dass man sich sicher sein konnte, dass sie immer wieder kommen. Also tragend und begleitend. Ich empfand es in dem Moment aber so, dass ich immerzu in die Lücken falle. Als würde ich immer aufs Neue fallengelassen und könnte mich nie auf dem grundsätzlich Tragenden ausruhen.  Ich merkte, dass meine Bauchmuskeln zusammengezogen waren. Mir fehlte sozusagen die Empfindung des großen Bogens, der großen Linie dieser Passage, war mir aber darüber klar, wo sie in mir zu finden wäre, wie es sich anfühlen würde, wenn sie da wäre. Nämlich im Bauch. Daher auch die Wahrnehmung und das Loslassen der Verspannung.

Ich war deshalb auch nicht beunruhigt. Nach sehr langer Zeit fühlte ich mich mal wieder zu Hause bei mir, in der Musik. Dieses Gefühl habe ich lange vermißt, etwa seit drei Jahren. Mit dem angespannten Krisenempfinden im Hintergrund durfte das nie richtig sein. Ich durfte einfach nicht mehr ganz in meiner Welt sein, weil ich sie für realitätsfern und nicht überlebensfähig erklärt hatte. Ja wenn es nur noch um die Grundbedürfnisse geht, und wenn die Welt zusammenzubrechen droht, da kann man doch nicht so in sich ruhen und sich nicht mehr um die Außenwelt kümmern. Eine wirkliches Sich-Einlassen auf die harten Fakten der globalen Krise, das Zulassen eines Krisenempfindens ist ein Erleben der Kindheitserfahrung, der Ur-Krise. Darin ist dann offenbar auch die tiefste eigene Quelle, das Zuhause zu finden. Aber es hat sehr lange gedauert, ich dachte schon, ich müsste mich mit dem unruhigen Lebensgefühl anfreunden und einrichten.

Es sind auch wirklich Dinge in mir aufgetaucht, wo ich sagen muß, ich bin nicht so, wie ich in den letzten 15 Jahren gelebt und mich gezeigt habe. Ich bin z.B. wesentlicher aggressiver und kontaktfreudiger als angenommen.

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Geschrieben von:

Belinda Fürstenberg

Artikel (3)

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